In dieser Folge sprechen wir mit Chris von Bitsurance und Seedor über den Coldcard-Hack und was er für deine eigene Bitcoin-Aufbewahrung bedeutet. Ende Juli wurde bekannt, dass eine Firmware-Schwachstelle bei Coldcard-Hardware-Wallets tausende Bitcoin ungeschützt gemacht hat. Nutzer haben ihre Bitcoin verloren, obwohl sie alles nach bestem Wissen richtig gemacht hatten, kein Phishing, kein physischer Diebstahl, sondern ein Fehler tief im Code des Geräts selbst.
Wir sprechen mit Chris darüber, was beim Vorfall konkret passiert ist, warum die Zufallszahlengenerierung so entscheidend für deine Sicherheit ist, ob auch Bitbox, Trezor oder Ledger betroffen sind, welche Rolle KI dabei spielt, solche Schwachstellen zu finden, und warum Multisig aktuell als Goldstandard für größere Beträge gilt. Vor allem aber, was du jetzt konkret tun kannst, ohne in Panik zu verfallen.
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- BitBox-Artikel zur Generierung durch Würfeln
- Videoanleitung zum Würfeln
- Artikel zur optionalen Passphrase bei BitBox
- Unsere Anleitung zum Multi-Sig Wallet
- Unsere Anleitung zur optionalen Passphrase auf der BitBox02
- Unsere Folge zu optionale Passphrase vs. Multi-Sig
- Nunchuk-Wallet
- Liana-Wallet
- Ausführlicher Artikel zum Coldcard-Vorfall
📋 TIMESTAMPS
(00:00:00) Einleitung
(00:01:09) Der Coldcard-Vorfall
(00:09:09) Wie konnte der Fehler passieren?
(00:18:38) Inwiefern muss man den Herstellern vertrauen?
(00:27:10) Auswirkungen auf Betroffene
(00:32:18) Sind BitBox & Co. sicher?
(00:36:41) Multi-Sig Wallets als Lösung?
(00:42:54) Optionale Passphrasen
(00:49:43) Würfel als Lösung?
(00:54:08) Wird der Vorfall Bitcoin langfristig schaden?
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🎵 MUSIK
- "No? Yeah!" by LiQWYD
- Creative Commons — Attribution 3.0 Unported — CC BY 3.0
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[00:00:06] Hallo Chris, herzlich willkommen zurück bei uns Podcast. Es freut mich wie immer, dass du heute die Zeit nimmst. Vielen Dank Jonas, dass ich zum wiederholten Mal zurückkommen darf. Ja, du bist nicht zum ersten Mal da und wir haben letztes Mal häufiger über Aufbewahrung gesprochen, über BitBox haben wir gesprochen, über Seedor haben wir natürlich gesprochen, wo du Mitgründer bist. Das werde ich auch nochmal verlinken unten. Manuel ist heute nicht dabei, der ist im wohlverdienten Urlaub, deswegen sind wir beide heute dabei. Aber er wird auf jeden Fall zuhören, das weiß ich. Deswegen viele Grüße an ihn auf jeden Fall an dieser Stelle. Die nächste Urlaub.
[00:00:36] Ja, und das wird er hoffentlich machen. Und wir möchten heute nämlich über ein sehr aktuelles Thema sprechen. Normalerweise nehmen wir die Podcast-Folgen meistens so drei, vier Wochen Vorlaufzeit auf, aber dadurch, dass jetzt so viel passiert ist, hast du dich jetzt auch glücklicherweise so spontan bereit erklärt zu der Aufnahme heute. Denn wir möchten über den Coldcard-Vorfall sprechen, der jetzt vor knapp zwei Wochen, drei Wochen fast, je nachdem wann man es anhört, passiert ist. Darüber möchte man sprechen, was dabei passiert ist, was es denn mit dem anderen Hauptfall ist.
[00:01:04] H2 Wallets und anderen Wallets-Anbietern zu tun hat, wie man sich selbst vielleicht schützen kann, was es für Bitcoin bedeutet, glaube ich, ganz wichtig. Weil es ist gar nicht so ein kleiner Fall und da werden wir, glaube ich, drauf kommen gleich. Aber für alle, die nichts mitbekommen haben in den letzten zwei, drei Wochen, die vielleicht nicht auf Twitter, auf Social Media und Co. unterwegs waren, willst du mal vielleicht kurz zusammenfassen, was ist denn konkret passiert? Ja, machen wir das vielleicht mal chronologisch mit dem, wie es uns aufgefallen ist.
[00:01:29] Also es gab einen Nutzer auf der Social Media Plattform Reddit, der geschrieben hat, hey, ich bin Coldcard-Nutzer. Ich habe mir 2021 eine Coldcard Mark III gekauft. Also das ist ein canadieses Unternehmen. Die machen dieses Gerät hier. Das ist so ein, sieht aus wie ein Taschenrechner mit transparentem Plastik. Sieht sehr, sehr funky aus. Und die Coldcard Mark III hat er eingerichtet, hat die eigentlich nie benutzt, um Transaktionen zu senden.
[00:01:57] Hat immer nur fleißig gestackt, war Kunde bei einem Bitcoin-Broker in den USA und hat sich dann 2025 dazu entschieden, den Nachfolger, das hier seine Mark IV, die Mark III sieht genauso aus. Und er hat sich dann eine Coldcard Q geholt, das ist das neueste Modell, und hat dann den Seed, den er immer offline gehalten hat, den er auch in Stahl verwahrt hatte, einfach nur in die Coldcard Q eingegeben.
[00:02:21] Und dann ist er, ich meine, es war der 30. Juli aufgewacht und hat dann auf seiner Watch-Only-Wallet gesehen, hey, 0,78 Bitcoin, also fast ein ganzes Bitcoin sind abgeflossen von dieser Wallet. Und er war sich felsenfest sicher, er hat nirgendwo, so wie man es halt ganz häufig liest, wenn Leute Bitcoin geklaut bekommen, sie haben eine falsche App runtergeladen, sie haben gedacht, es gibt eine Sparrow-Wallet für iPhone oder es gibt Fake-Wasabi-Wallets,
[00:02:49] es gibt verschiedene Malware, die es immer wieder schafft, in Google Play oder in den Apple App Store zu wandern. Und dann werden Leute angewiesen, ihre Seeds mit dem Internet verbundenes Gerät einzugeben. Und dann passiert es, dass eben Bitcoin geklaut werden, aber er hat das vehement demittiert, er hat gesagt, nein, ich habe den Seed immer offline gehalten. Und das hat das Interesse geweckt von verschiedenen Cyber-Security-Spezialisten,
[00:03:16] unter anderem der Kevin Luck, der meine Lieblings-Bitcoin-Wallet, die Liana-Bitcoin-Wallet als Projektmanager begleitet, und auch der Benmar von Bitbox und auch Leute von Foundation Devices haben dann plötzlich den Code durchwühlt bei Coldcard und gedacht, ist das irgendwo eine Schwachstelle, weil das Ganze, das klingt sehr, sehr suspekt. Und natürlich wird das Ganze auch an die Firma herangetragen, an Coldcard.
[00:03:41] Und der Gründer NVK, Rodolfo Nowak, wenn man ihn kennt, er ist etwas unliebsam und auch nicht so der Beliebte unter seinen Wettbewerbern, weil er sich in der Vergangenheit schon sehr, sehr negativ über die Konkurrenz immer äußert und immer so darstellt, dass die Coldcard das beste und sicherste Wollet ist. Und alle Hackings der Coldcard hat er immer abgetan als, ja, das ist Nutzerfehler. Aber dieser Fall, der war anders.
[00:04:10] Und dem Kevin Luck und auch Benmar sind dann sehr schnell die Augen geöffnet worden. Auch Gregory Sanders, ein Bitcoin Core Developer, hat dann plötzlich die kritische Schwachstelle gefunden. Und es ist eine Schwachstelle, die so schlimm, also schlimmer hätte sie nicht sein können. Im Endeffekt war es so, dass seit 2021 alle Geräte, die die Firma CoinKite verkauft hat
[00:04:37] und das Unternehmen ist von der Größe so in etwa wie Bitbox, also hunderttausende Geräte, alle haben bei der Erstellung des neuen Bitcoin Seeds nicht auf den starken Hardware-Zufallsgenerator, also diese physische Quelle zurückgegriffen, obwohl der Software-Code eigentlich davon ausging, sondern es wurde ein wesentlich vorhersehbarer Software-Zufallsgenerator, Zufallszahlengenerator verwendet.
[00:05:03] Das bedeutet, ja, was ist eigentlich ein Seed? Ein Seed ist ein Geheimnis, das ihr niemandem sagen sollt. Und dieses Geheimnis muss mit einer hohen Zufälligkeit ausgewählt werden. Und es muss nicht nur mit einer hohen Zufälligkeit, sondern es muss auch einem sehr, sehr, sehr großen Zahlenraum stammen. Denn ansonsten könnte ja ein Angreifer einfach die Gesamtmenge an potenziellen Seeds sich kalkulieren und schauen, ob da Bitcoin drauf sind. Und wenn ihr das mit so einem Gerät, mit einer Bitbox beispielsweise macht
[00:05:32] oder einem Trezor oder auch einem Ledger, ist es in der Tat, also wir haben das mittlerweile verifiziert so, ihr habt da 2 hoch 256 Bits an Entropie. Und das ist jetzt eine sehr abstrakte Zahl, aber man kann es sich so vorstellen, wie in unserer Galaxie, in der Milchstraße, die Anzahl an Atomen und das Ganze mal 10. Das heißt, ihr würdet jetzt auf irgendeinen fremden Planeten reisen
[00:05:59] und ihr würdet einen Sandkorn auf diesem Planeten aussuchen und ein Atom in diesem Sandkorn, das ist euer Seed. Das heißt, es ist sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr unwahrscheinlich, dass irgendjemand zu einer sogenannten Key-Kollision kommt. Das heißt, dass ihr den gleichen Seed würfelt oder dass jemand den gesamten Zahlenraum an allen möglichen Seeds überhaupt errechnen kann, weil es einfach eine so fantastisch große Zahl ist. So soll das sein. Bei Coldcard war es nicht 2 hoch 256, es war 2 hoch 22.
[00:06:28] Also die ersten Zahlen gingen davon aus 2 hoch 30, es waren 2 hoch 22. Und das entspricht der Anzahl an Atomen in einem Protein. Also wir sind nicht in der Milchstraße, wir sind viel, viel, viel kleiner und ein normaler Computer schafft das Ganze in wenigen Minuten. Eine Grafikkarte macht das in Sekunden. Sprich, alle Seeds, die Coldcard Mark 3, Mark 4, Mark 5, Coldcard Q generiert haben, waren entropisch schwach.
[00:06:56] Die späteren Modelle hatten eine höhere Entropie. Da ist man zeitlang ausgegangen, ja, die Coldcard Q, die macht noch 70 Bit, was auch immer noch im Bereich des Kalkulierbaren ist für eine große Staatsoperation, die halt ein Softwarecluster haben, die halt sowas kalkulieren können. Aber mittlerweile wissen wir auch, dass dort die Entropie auf also unter 2 hoch 50 gegangen ist. Und das bedeutet schlicht und ergreifend alle Geräte, die dieser Hersteller verkauft hat.
[00:07:23] Und dieser Hersteller rühmt sich damit, wir sind ergapt. Wir haben alles offline gehalten. Also dieses Gerät, man kann es über USB-C anschließen, wie die Bitbox, aber in der Regel wird das Ganze über SD-Karten oder NFC oder über QR-Codes ein- und ausgelesen. Die haben sich immer gerühmt, wir sind so sicher, wir haben hier den Aluminiumhut auf, wir sind, wir machen alles richtig. Aber das wirklich Einzige, was dieses Gerät tun soll,
[00:07:50] die ein zufälliges Geheimnis bereitstellen, das haben die so hochgradig verschmatzt, dass einfach in den letzten 5, 6 Jahren alle Wallets und insbesondere eben die Single-Sick-Wallets, das heißt also, wenn nur ein einziges Geheimnis über Bitcoin verfügt, dass die eingrafbar sind. Und das war jetzt viel, ich lasse dich jetzt mal weiterführende Fragen stellen. Ja, das war jetzt wirklich eine gute Zusammenfassung. Wir werden es aber jetzt auftröseln, weil da sind ja ganz, ganz viele kleine Dinge dabei.
[00:08:16] Also Zusammenfassung für mich ist, wenn ich eine Hard-Wallet oder ein Wallet an sich nutze, am Anfang muss die mir ja mein Wallet herstellen und dafür benötigt es erstmal eine Zufallszahl, ganz einfach, also ganz, ganz einfach ausdrücken, ich möchte jetzt nicht zu tief gehen, aber diese Zufälligkeit muss ja irgendwie generiert werden. Wie du gerade gesagt hattest, entweder macht es das Hard-Wallet eben selbst, das ist die Idee dahinter, eben physisch, das ist was zum Beispiel die Bitbox macht, da kommen wir glaube ich nachher auch noch ein bisschen dazu, wie das funktioniert. Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Oder ich kann es eben software-seitig machen, wo dann eben sagst,
[00:08:46] okay, der Computer macht mal eine Zufälligkeit genaue Zahl, aber da kommen wir glaube ich auch noch dazu, warum das vielleicht nicht so gut ist. Und da muss irgendeine Zufälligkeit erstellt werden. Und bei der Coldcard war eben das Problem jetzt, dass diese Zufälligkeit eben so gering war, dass die Menge der Seeds, der Möglichkeiten eben so gering war, dass ich es eben mit einem Computer relativ schnell nachrechnen konnte und gucken kann, ist da etwas drauf. Und normalerweise, wie du ja gerade gesagt hattest, ist die Anzahl der Möglichkeiten eben so groß, du hast ja das Universum angesprochen, dass es eigentlich unmöglich ist, da einen Treffer zu finden.
[00:09:16] Und genau das war jetzt das Problem bei der Zufälligkeit. Also nicht das Gerät irgendwie selbst, dass die Leute was falsch gemacht hatten, hast du ja auch angesprochen, sondern diese Zufälligkeit war das Hauptproblem. Wie kann das denn passieren, dass eben an dem Gerät, dass nachher bei der Coldcard eben diese Zufälligkeit zu gering war? Du hast ja gerade gesagt 2 hoch 22. Wie kann denn sowas passieren am Ende? Also wir nutzen in ganz vielen Anwendungsfällen auf eurem Computer, habt ihr Zufallszahngenerator und auch mittlerweile an jedem Handy ist ein physischer Zufallsgenerator,
[00:09:45] weil wir für Verschlüsselung immer so etwas brauchen. Aber für manche andere Anwendungen, da brauchen wir jetzt nicht diese kryptografische Entropie, da reicht eine geringere Zufallsentropie. Und die Computer sind einfach sehr gut darin, immer Programme exakt so auszuführen, wie sie ausführen. Deshalb sind Computer eigentlich sehr schlechteren Zufall herzuleiten. Das heißt, diese ganzen softwarebasierten Lösungen, die haben halt einfach eine schlechtere Entropie. Und deshalb beispielsweise bei der Bitbox haben wir fünf Quellen an Entropie.
[00:10:14] Da haben wir das Secure Element, da haben wir den Chip, da haben wir von der Herstellerseite, vom Gerätehersteller ist da Entropie dabei für jedes Gerät unik. Den Pin, den ihr eingibt, ist eine Quelle Entropie. Da sind fünf Quellen, auch das Hintergrundrauschen wird dazu verwendet. Also beispielsweise ein Computer verwendet auch irgendwo die Temperatur einer CPU, weil die sich nicht vorhersagen lässt als Quelle für Zufallszahlengenerationen. Und das ist einfach so der Best Case.
[00:10:43] Das heißt, wir schreiben Code und der greift darauf zu. Und bei CodeCard war es so, und das ist eine wirklich dramaturgisch tolle Ironie des Schicksals. Also wenn das jetzt eine Serie wäre, ist das so. Also er hat als Shakespeare-Level angenommen. Gehen wir vielleicht mal ein bisschen zurück in der Historie. Hardware-Wallets wurden erfunden von Pavel Rusnak und Marek Palatinus, Slush & Stick von Satoshi Labs. Die haben den Trezor 2013 auf den Markt gebracht. Trezor Model 1, der kriegt bis heute noch Updates.
[00:11:13] Der ist bis heute auch noch, was Zufallszahlen angeht, sicher. Der ist jetzt kein mehr so sicheres Hardware-Wallet, weil er all diese Eigenschaften wie Secure Elements etc. damals eben noch nicht hatte. Aber dieser Code, den die geschrieben haben, das war ihnen wichtig. Der ist Quelloffen, der ist Open Source. Das heißt, jeder kann diesen Code sehen, jeder kann diesen Code prüfen, jeder kann aber auch diesen Code nehmen und kommerziell selbst nutzen. Das heißt, ich kann hingehen und sagen, hey, ich habe mein eigenes Hardware-Wallet und ich nenne es nicht Trezor, ich nenne es jetzt das Christian-Sidor-Hardware-Wallet. Und das ist legal.
[00:11:44] Und das ist einfach eine Philosophie unter Cypherpunks und auch einfach, wir gehen davon aus, offene Software hat mehr Augen und dadurch wird sie sicherer. Und das ist in dieser Community also gang und gäbe. Also Bitbox ist ebenfalls 100% Quelloffen, sowohl die Software als auch die Hardware. Also mit genug Aufwand könnte jeder sich so eine Bitbox selbst bauen. Ist natürlich etwas schwieriger, so ein PCB, so eine Leiterplatte zu machen, aber die Pläne, die existieren.
[00:12:11] Und einer dieser Hardware-Wallet-Hersteller war eben CoinKite, also ein Unternehmen, 2011 gegründet, aber die haben lange Zeit jetzt keine Hardware-Wallets gemacht. Die sind erst später dann dazu gekommen. Ich glaube 2016, 2017 haben sie die Coldcard Mark I auf den Markt gebracht und die haben sich des Codes von Satoshi Labs bedient. Die haben einfach gesagt, okay, Trezor-Code, zack. Wir erfinden aber was Neues dazu. Wir machen das Ganze ergabend. Wir wollen das Ganze nicht mehr an einen PC anschließen. Und das haben sich kurz auf die Fahne geschrieben. Es kam auch gut an.
[00:12:42] Und ja, so ging es dann weiter. Die Coldcard Mark II kam, dann kam die Coldcard Mark III. Und dann ist es eben so, dass man nicht der Einzige ist, der sich an anderer Leute Code bedient. Da kam dann ein VC-gefandetes Unternehmen namens Foundation auf den Markt. Die machen den Foundation Passport, Foundation Prime. Und haben gesagt, hey, Coldcard ist cool, Airgab ist cool, aber wir wollen das ein bisschen nutzerfreundlicher machen, weil ich muss sagen, diese Geräte, die sind sehr, sehr von der Lernkurve nicht so leicht wie an der Bitbox.
[00:13:11] Also ich habe die immer, wenn ich die empfohlen habe, grundsätzlich haben die Leute die selbst ausgesucht. Und wenn die die schon kannten, habe ich gesagt, ich kann es weiterverwenden. Aber es ist nichts, was ich jetzt irgendwie so upfront gesagt habe, das da ist, weil das da ist so für den techy, ultimativen Nerd war das. Und die haben gesagt, bei Foundation, wir machen das Ganze ähnlich, aber halt ein bisschen nutzerfreundlicher. Und wir nehmen den Code von Coldcard. Und man könnte meinen, dass wenn man sich selbst bei dem Code von Satoshi Labs bedient, dass es dann eigentlich auch okay ist, wenn andere Leute sich an deinem Code bedienen.
[00:13:40] Aber das hat dem NVK, Rodolfo hat das ein bisschen aufgestoßen und hat gesagt, hey, ihr seid ja einfach nur ein Klon. Ihr tragt nichts bei. Ihr schreibt ja keinen Code für mich. Ihr nehmt einfach nur die Früchte meiner Arbeit und grabt mir jetzt das Wasser ab auf dem Markt. Und stattdessen, dass ich jetzt den Code weiterhin quelloffen habe, schließe ich den. Der ist immer noch einsehbar. Also nennt sich dann Open Code. Er ist von einer GPL, einer GNU-Lizenz, die halt so General Public ist.
[00:14:10] Das heißt, jeder kann alles damit machen. Copy left ist er zu einer Creative Commons MIT-Lizenz, die einfach besagt, der Code ist offen, downstream du selbst, Jonas, ich, wir dürfen den auch verwenden, aber nicht kommerziell. Und das Ganze hat er etwas gerusht, wie wir jetzt wissen, um eben für die Codecard Mark 3 2021 mit der Version 4 den alten Trezor-Code, der eigentlich auch gebietet, dass alles, was downstream davon ist, für e-Mail-Quell offen ist.
[00:14:39] Der hat das ein bisschen umbenannt und hat dann gesagt, jetzt mache ich hier noch meine eigene Library dazu und alles, was jetzt passiert, ist halt Codecard-Code. Und dieser neue Code, der darf von niemand anderem kommerziell genutzt werden. Eigentlich, in dem Moment hätte Satoshi Labs sie verklagen können, weil die haben den alten Trezor-Code nicht umgeschrieben, die haben den einfach umbenannt und das widerstößt der GPL-Lizenz. Weil die aber chill sind, haben sie es nicht getan. Und der neue Code,
[00:15:09] der Codecard, kam dann auf den Markt, Version 4, mittlerweile Version 6.6. Und dort ist ein katastrophaler Fehler passiert. Und dieser Fehler ist lange niemandem aufgefallen. Und dieser Fehler war schlicht und ergreifend, an dieser Stelle, wo der Seed generiert wird, prüfe, ob der physische, diese Hardware-Zufallsquelle aufgerufen wird. Und wenn dem so ist, dann fahre fort. Und diese Prüfung hat fehlgeschlagen, dennoch wurde fortgefahren
[00:15:38] und als Fallback wurde einfach ein, dieser vorhersehbare Software-Zufallszahlen-Generator verwendet. Und in der Entwicklung von diesen Geräten ist es dann häufig so, dass man die ganzen Arbeiten als Entwickler nicht an einem physischen Gerät macht, sondern an einer Art Emulator. Viele, die vielleicht schon mal so Nintendo oder Game Boy gespielt haben, die haben vielleicht kein physisches Produkt mehr, die wollen die alten Spiele spielen, die spielen das Ganze dann auf ihrem Computer. Sowas gibt es dann auch für Hardware-Wallets. Und da versucht man so nah wie möglich
[00:16:08] an die tatsächliche Hardware ranzukommen und auch die Reihenfolge der Schritte, die die Hardware dann am Ende ausführt. Aber man macht immer so ein bisschen Abstriche. Und wenn man Code schreibt oder auch kritischen Code schreibt, lässt man hinterher Tests laufen, um zu verifizieren, dass der Code auch genau das macht, was er machen soll. Und bei dieser Änderung, die sie hinzugefügt haben, haben sie auch Tests gemacht. Und dieser Test, der lief eben nur auf dem Emulator und hat gesagt, ja, alles super, wir greifen hier die Zufälligkeit, diese Serendipität, diese Randomität, greifen wir ab.
[00:16:38] Aber es war die Zufälligkeit von der Software und nicht von der Hardware. Und das hat einfach dazu geführt, retrospektiv sehen wir es. Es gab nicht nur eine, es gab mehrere Meldungen von Codecard-Nutzern, die gesagt haben, ich habe alles richtig gemacht, habe mir so ein Teil gekauft, habe einen Seed erstellt und plötzlich waren meine Bitcoin weg. Und es wurde immer von der Firma abgewiesen und gesagt, hier, das da ist ein Nutzerfehler, das ist ja unmöglich. Aber es war schlicht und ergreifend entweder Key-Kollision, das heißt, jemand anderes hat dann, weil der Zahlenraum so klein ist,
[00:17:08] den gleichen Seed gewürfelt oder schon länger in der Vergangenheit jemand wusste von diesem Exploit und hat ihn halt genutzt. Werbung Wenn ihr noch auf der Suche nach einem passenden Ort seid, um eure Bitcoin zu kaufen, dann können wir euch uneingeschränkt die Relay-App empfehlen. Wie ihr wisst, sind wir ganz große Freunde von Sparplänen, denn dort könnt ihr dann ganz automatisiert Bitcoin kaufen, vor allem auch ohne Emotionen und genau diese könnt ihr bei der Relay-App ganz einfach anlegen. Mit unserem Rabattcode btc-verstehen
[00:17:38] könnt ihr euch 10% der Kaufgebühren sparen. Alle weiteren Informationen findet ihr in den Shownotes. Und jetzt wünschen wir euch weiterhin viel Spaß bei unserer aktuellen Folge. Werbung Ende Das ist Wahnsinn, dass das so abgelaufen ist. Ich habe gestern einen langen Artikel gelesen, der das nochmal ganz genau aufgeschrieben hat, so wie du es erklärt hattest, dass eben am Ende wirklich daraus kam, es war wirklich nur ein kleiner Teil im Code, der eben dann gesagt hat, wir nehmen jetzt nicht dann die Zufälligkeit der Hardware,
[00:18:07] wie du es gerade auch bei Bitbox und Co. erklärt hattest, sondern eben die Software und dadurch wird eben dann die Zufälligkeit so gering, dass wir eben dann am Ende die Person, die Gruppe, da kommen wir glaube ich auch noch ein bisschen zu sprechen drauf, nachher das rausbekommen konnte oder eben wie du gerade gesagt hattest, sogar das so gering war, dass eine Zufälligkeit bestand, dass wenn zwei Personen unabhängig voneinander die Coldcard eingerichtet hatten, zufälligerweise den gleichen Seed bekommen hatten. Also ganz einfach ausgedrückt, du erstellst die Wallet, machst sie auf und plötzlich liegt da schon ein Bitcoin. Für die meisten ist es
[00:18:37] so ein Wunschgedanke, aber eigentlich auf der anderen Seite denkst du, ja scheiße, genau das will ich ja verhindern und genau das ist ja teilweise, ich glaube es gab Berechnungen, theoretisch 100, 200 Mal passiert bei den ausgegebenen Geräten, wenn es passieren könnte und das ist natürlich Wahnsinn. Was ich mich aber hier frage, du hast es gerade angesprochen, die Coldcard ist jetzt in Deutschland, glaube ich, auch bei der breiten Zielgruppe jetzt nicht die bekannteste, sagen wir so. Also wir haben jetzt zum Beispiel persönlich keine einzige E-Mail bekommen im Podcast von uns, weil ich glaube unsere Zielgruppe auch die Coldcard jetzt nicht als die Hardwallet nutzen
[00:19:07] und du meintest ja, das ist eher so, die Tänze, ist eher so sehr, sehr tief in den Bitcoin Community begriffen, du hast es als Nerds bezeichnet, die Leute, wie tief drin sind und dann hast du immer bei Bitcoin dieses Thema Don't Trust Verify, also vertraue nicht, verifiziere alles. Ich selbst kann kein Code lesen, weil ich nicht auf dieser Ebene bin, aber gerade die Zielgruppe, die diese nutzen, würde ich doch jetzt sagen, das sind doch die, die selbst diesen Code überprüfen müssten und zu gucken, ob was drin ist, weil am Ende, große Frage, wem kann ich denn überhaupt noch vertrauen,
[00:19:37] wenn nicht mal diese Hardcore-Bitcoiner ihre eigenen Geräte überprüfen können? Das ist eben diese große Schwachstelle, also wir sagen immer, diese Truppe Don't Trust Verify, aber jeder, auch die krassesten Programmierer wie Luke Dasher oder Peter Wahle oder die halt schon Bitcoin bis zur letzten Routine verstanden haben, auch die vertrauen zu einem gewissen Level. Bei uns ist Vertrauen deutlich größer. Ich selbst kann den Code auch nur interpretieren zusammen mit einer KI, da hast du schon mal ein tolles Werkzeug,
[00:20:05] aber wer hat wirklich die Zeit, das so zu machen und in dem Fall war es einfach so, dass es durch so viele Ebenen gegangen, dass man einfach davon ausgegangen, ist, dass das ist geprüft worden, weil das war ein Produkt, das war etabliert, das war kein neues Produkt und der Code war ja nach wie vor einsehbar, aber, und das ist eben die große Schwachstelle und da sind andere Hersteller wie Bitbox einfach deutlich besser, wenn du quelloffen bist, bedeutet das, alles was du schreibst,
[00:20:34] kann auch von deiner Konkurrenz kommerziell verwendet werden und dann hast du automatisch kompetente Augen auf diesem Code, weil bei CodeCard war es dann so, ich kenne zwei, drei Leute, die den Code geprüft haben, aber die haben diese Code-Basis nicht, also vollumfänglich angeschaut, die haben dann vereinzelte Sachen angeschaut. Eine KI kann heutzutage, die hat so ein Context-Window, die kann das komplett sich ganzheitlich anschauen und halt auch viel mehr Schwachstellen finden, aber als Mensch,
[00:21:03] wenn du diesen Code anschaust, fokussierst du dich auf eine Sache und dann fokussierst du dich auf die nächste Sache und du gehst nicht davon aus, dass diese the most basic shit, dass das schon falsch ist und da ist es halt so, wenn du ja, diese gesamte Gruppe an Entwicklern bei deiner Konkurrenz eigentlich ausklammerst, weil die kein Interesse haben an deinem Code beziehungsweise die wollen auch nicht parallel das Gleiche schreiben und dann vielleicht irgendwie sich eine Lizenz, ja, eine Lawsuit einsammeln, die machen dann halt dir eigenes Ding
[00:21:33] und dann hast du einfach die Anzahl an Kontrollpunkten einfach, ja, reduziert und jetzt also in der Postmortem, also in der ja, nachträglichen Betrachtung dieses Vorfalls hat man auch gesehen, dass die Code-Basis bei CoinKite sehr, sehr schlecht handwerklich umgesetzt war, also das heißt, wenn du neue Zeilen Code schreibst, willst du dazu immer irgendwo einen Kommentar hinzufügen, um zu erklären, warum du das machst, damit auch eine andere
[00:22:02] Person weiß, warum du das machst und du machst nicht 200 kleine Änderungen und schreibst dann ein einziges Wort hin und genau das ist eben passiert, da wurden mehrere Änderungen gemacht und als einziger Kommentar stand da Runs, es läuft und ja, es hat sich dann herausgestellt, dass das Entwicklerteam deutlich kleiner ist, als es wirkte bei dem Unternehmen und Menschen machen schlicht und ergreifend Fehler und deshalb haben wir eben auch bei Bitbox keine Zeile Code wird in die
[00:22:32] Firmware gepusht, ohne dass noch eine andere Person halt drüber geschaut hat und weil halt Trezor und Satoshi Labs ebenfalls an ihren Hardware Models weiterentwickeln, schauen die auch mal bei Bitbox oder umgekehrt. Es gibt in der Vergangenheit viele Pull Requests, also Beiträge von Trezor zu Bitbox und umgekehrt und so war es auch bei CodeCard nach diesem Wechsel von GPL zur MIT Lizenz
[00:23:01] war es nicht so, dass abrupt aufgehört wurde, nach deren Code zu schauen. Aber das Unternehmen hat sich immer unter aller Kanone verhalten, wenn man sie auf ihre Fehler hingewiesen hat. Also es gab da ein Beispiel von einem Schweizer Entwickler und es gab auch ein Beispiel von Bitbox Entwicklern, die eine Schwachstelle in der Implementierung vom Multisig Code gefunden haben und die haben dann freundlich darauf hingewiesen, dass das halt ein Bug ist und der kann zu loss of funds führen und der wurde gänzlich abgetan. Der wurde dann halt gefixt,
[00:23:31] weil es war eindeutig ein Bug nachweislich, es wurde aber kein Bug Bounty ausbezahlt, also eine Belohnung in Geldform. Es wurde einfach so abgetan, wie als wir, weil es ja von der Konkurrenz kommt, müssen wir die schlecht reden, als wäre es einfach so eine Kleinigkeit und das hat dazu geführt, dass die Jungs bei Bitbox gesagt haben, wir werden nie wieder den Code von Codecard prüfen, weil das ist unsere Arbeitszeit und wir haben das getan aus gutem Willen für die Community, aber das war halt die Message auch an Leute, die in Erwägung
[00:24:01] ziehen, so ein Gerät zu kaufen, ihr seid jetzt auf eure Leine gestellt und das waren so die ersten Anzeichen, also Hindsight des 2020, also wir sehen ganz viele rote Flaggen dort, ich muss dazu gestehen, ich habe auch einmal einen Bug gemeldet und mir haben sie einen Bug Bounty ausbezahlt, es war eine Tasse, eine Bug Mark geschickt, was, also für den Bug, den ich gefunden habe, das war etwas mit Push to NFC, dass du eine Transaktion über NFC
[00:24:31] rausschieben kannst an deinem Handy, das war jetzt auch überschaubar, aber halt so eine kritische Sache, wie hier bei einem Multisick können Funds verloren gehen, das sollte monetär belohnt werden und dann hast du, dann schaffst du erst den Anreiz, dass Leute deinen Code prüfen und dann erst hast du einen sicheren Code. Am Ende ist es ja wirklich auch diese Anreizstruktur, wer schaut denn da drüber, weil wenn du eben das eigene Unternehmen drüber schaust, da hast du dann die Frage, macht das auch wirklich jemand, kann man denen vertrauen und auf der anderen Seite brauchst du ja trotzdem einen Anreiz, wenn es eben nicht das eigene Unternehmen ist,
[00:25:00] wen zahlst du dafür möglicherweise oder hast du die Entwickler, die dann eben das freiwillig machen, plus eben, weil sie eine Tasse bekommen, das auch noch dann tun. Was glaubst du denn, weil du gerade KI angesprochen hast, ist das jetzt ein, ich sage mal, ein Game Changer, wo ich wirklich was ändern kann zukünftig, weil dadurch einerseits es viel einfacher geht und vielleicht auch zweitens, ich weiß es nicht, auch Privatpersonen theoretisch so einen Code überprüfen könnten? Also KI ist ein wirklich wertvolles Werkzeug und ich nutze es täglich, aber muss dazu sagen,
[00:25:30] die ist nur so gut wie der Prompt Engineer, der vorne dran sitzt. Das heißt, du musst ein fähiger Entwickler sein, du musst dich mit der Sicherheitsarchitektur auskennen, um überhaupt die gezielten richtigen Fragen zu stellen. Also wenn man da als Script Kitty sagt, hey, finde den Exploit, schicke die Bitcoin-Bit folgende Adresse, da wird nicht von Erfolg gekrönt sein und häufig mit diesen Frontier-Modellen, mit den modernen KIs aus westlicher Welt landet man relativ schnell in diesen Cyber-Guard-Rails und die blocken einen dann, wenn man eben diese Fragen
[00:26:00] stellt, also gerade was so Kryptografie angeht. Deshalb gibt es jetzt eine Bemühung gerade mit den vielen Open-Weight-chinesischen Modellen, das sogenannte Bitcoin-Red-Team, da ist auch der deutsche Entwickler Kalle dabei, da ist mein geschätzter Mitbewerber in der Versicherungswelt, der Rob Hamilton, die richten gerade ganz, ganz viele KIs auf, ich glaube es sind 390 Bitcoin-Repositories, also Open-Source-Code im Bitcoin-Ökosystem
[00:26:30] und verbrennen da 10.000 Dollar an Token am Tag, um eben nach Schwachstellen zu schauen und die haben die Expertise, um das zu machen. Also ich selbst würde mir das nicht zutrauen, aber es ist einfach ein Werkzeug, das wir als Verteidiger jetzt ebenfalls nutzen müssen, weil die Angreifer machen das auch und in der Philosophie ist es halt einfach, ein Luftballon ist immer schwieriger zu schützen vor einer einzelnen Nadel, als halt einfach gezielt irgendwo eine Schwachstelle
[00:26:59] zu finden. Das heißt, es ist immer ein bewegendes Ziel und man muss jetzt einfach in der heutigen Zeit davon ausgehen, dass die Hürde in Code, eine Lücke zu finden, dramatisch gesenkt wurde durch KIs und ja, selbst kann man jetzt viel mehr verifizieren, aber nach wie vor braucht es eben den entsprechenden Sachverstand, um das überhaupt gezielt tun zu können. Nicht wundern, an dieser Stelle bei der Aufnahme ist leider meine Kamera ausgegangen aufgrund
[00:27:29] der hohen Temperaturen derzeit. Deswegen gibt es jetzt eine andere Kameraeinstellung bei mir. Ich wollte aber euch die Folge mit Chris nicht vorenthalten und deswegen weiterhin viel Spaß mit unserem Gespräch. Ja, jetzt haben wir in der ersten halben Stunde mal drauf geschaut, was passiert ist und jetzt gehen wir vielleicht ein bisschen Richtung auf die Privatperson selbst, weil ich glaube, das interessiert viele. Fangen wir mal an dem Punkt an. Ich bin jetzt jemand gewesen, der eine Coldcard hatte, je nachdem und ich stelle mir das wahnsinnig krass vor. Du wachst morgens auf, hast, wie du schon gesagt hattest, ich habe ja eigentlich
[00:27:58] alles richtig gemacht. Ich habe meine Bitcoin selbst gehalten, ich habe sie von meiner Börse runtergenommen, ich habe eine Hardwallet genutzt, die offline ist, ich habe sogar vielleicht die Coldcard genommen, weil ich gedacht habe, okay, die ist wirklich, die ist nie mit dem Computer verbunden, die ist so aufgebaut, dass ich ganz, ganz viele Dinge tun kann, damit wurde sie auch beworben und dann mache ich meine Wallet auf und am nächsten Morgen ist alles weg und nicht mal ein physischer Angreifer war in meiner Wohnung, niemand war in meinem Tresor, mein Bankschließfach oder wo auch immer ich meine Sicherung gelagert habe und meine Wallet ist auf Null gesetzt und natürlich, das ist der Albtraum.
[00:28:28] Du hast mit einigen Leuten zusammengearbeitet, die genau dieses Problem hatten, wie fühlt sich denn sowas an? Also kannst du das irgendwie ein bisschen nachvollziehen? Das ist, ich keine Ahnung, im Blogtrainer-Podcast haben sie über mich lustig gemacht, weil ich habe es das 9-11, unsere Industrie, bezeichnet, aber für mich ist es einfach das Schlimmste, was hätte passieren können, weil mit all meinen Bestrebungen, die ich jetzt hier mache, mit Cedar versuche ich halt das Backup zu schützen und vor Feuer und Wasser, mit BitChurance versuche ich dich halt vor physischen, räuberischen Szenarien, vor Erpressung zu schützen.
[00:28:57] Ich hatte nicht auf dem Schirm, dass Bitcoin in Cold Storage angegriffen werden können, weil es ist gang und gäbe, dass wenn du ein Hot Wallet hast, dass wenn du Stakes, dass wenn du es auch in der Börse hast, dass du da angegriffen bist, aber ich bin also in meinen ja grundfesten erschüttert gewesen, als ich gesehen habe, dass jetzt mehrere tausend Bitcoin aus dem Cold Storage von Leuten, die alles, nachdem Best Practices richtig getan haben, entwendet wurden. Und das waren ja
[00:29:27] nicht nur ein Angriff, es waren ja mehrere mittlerweile. Und da bin ich halt einfach at a loss of words. Also ich habe halt immer gepredigt, keep it simple, verwendet keine Passphrase, weil die Entropie, die der Single-Stick-Signer euch gibt, die ist ausreichend. Und aus dem Kundensupport bei Bitbox weiß ich, Passphrases waren lange Zeit oder immer noch eine der Hauptursachen, weshalb Leute ihre Bitcoin verloren haben, weil Passphrases sind groß- und kleinbuchstabensensitiv
[00:29:55] und Leute vertippen sich und schicken dann Bitcoin eine Adresse, die nicht zu dieser Passphrase gehört, weil eine Passphrase, wenn man sie eingibt, nicht einen Error gibt, wenn man sich vertippt, weil es kein Passwort ist, sondern halt einfach ein gänzlich neuer Seed immer gefunden wird. Und dennoch habe ich aber auch mal gesagt, alles über 0,5 Bitcoin muss auf eine Multisek. Das war auch die Sache, wo ich dann auch gegen Windmühlen argumentiere, weil Leute immer sagen, ja Multisek ist zu schwierig. Letzten Endes, alle, die jetzt eine Passphrase verwendet haben, waren sicher
[00:30:25] für eine gewisse Zeit, weil der darunterliegende Seed ist halt kompromittiert. Die Passphrase gibt mehr Entropie, die muss aber eine gewisse Länge haben, damit du dort geschützt bist. Also das heißt, Leute, die eine Coldcard haben und eine Single-Sick-Coldcard nutzen mit einer Passphrase, sollten halt jetzt schnellstmöglich ihre Bitcoin transferieren und das eben halt auf einen neuen Seed bringen, der richtig gewürfelt wurde. Und bei größeren Mengen und auch jetzt bei Leuten, die halt theoretisch
[00:30:55] drei unsichere Coldcards Seeds in einem Multisek haben, hat man immer noch eine erhöhte Entropie. Das heißt, diese Wallets waren auch noch sicher. Wenn man jetzt ein Multi-Vendor-Multisek, also das heißt, aus mehreren Herstellern kombiniert ein Multisek hat, dann war man gänzlich sicher. Und das war immer so meine Philosophie, spätestens nach dem Milk-Sad-Hack. Das war vor drei Jahren, war das so eine Sache, wo etwas Ähnliches passiert ist. Da handelte es sich nur um ein Software-Wallet, das in dem Buch
[00:31:24] von Andreas Antonopoulos halt kurz beschrieben war. Das hatte halt auch eine sehr, sehr niedrige Entropie und da wurden, ich glaube, 14 Bitcoin oder dergleichen wurden da insgesamt nur geklaut. Also eine überschaubare Anzahl. Aber das war so der Punkt, wo ich gesagt habe, okay, Single Point of Failure, Single SIG ist halt einfach nicht für das, was du dir als Erbe oder als Retirement ansparst, weil du willst auch nicht in der Lage sein, halt dein ganzes Erbe innerhalb einer Transaktion auszugeben. Das heißt da, ja, immer alles über einer gewissen Menge
[00:31:53] muss auf ein Multi SIG und das wäre in dem Fall, wäre das die richtige Vorkehrung gewesen. Dennoch kann ich niemandem einen Fehler halt vorwerfen, der halt gesagt hat, hey, ich habe hier einen Single SIG und ich habe das R gehabt und das hat nie das Licht des Internets erblickt oder ich habe das auch nie irgendwie in einen Computer eingetippt. Und ja, da muss grundsätzlich, also der Kunde hat immer recht und die Entwickler müssen es einfach leichter machen. Die UX muss für den Nutzer besser werden und solche wirklich lapidaren Fehler
[00:32:22] wie schlechte SIG-Generierung dürfen nie wieder passieren, weil ansonsten ist diese ganze Industrie hinüber. Lassen Sie uns mal das Thema jetzt von hinten aufrollen, weil ich über das Thema Multi SIG und Co. noch reingehen wollte. Legen wir mal die Coldcard zur Seite, gehen wir mal davon aus, jeder zuhört, zuschaut, ich tippe jetzt mal, der geringste Teil hat davon eine Coldcard zu Hause oder das genutzt. Jetzt habe ich zu Hause, sagen wir mal, ein Bitbox, habe ich eine Treser zu Hause, hier habe ich einen Ledger zu Hause, also die Bekannten, gerade in Europa oder in Deutschland
[00:32:52] bekannten Hersteller. Ich sitze jetzt zu Hause, habe das gelesen, der Chris, ich höre das vielleicht zum ersten Mal heute, dass ich was mitbekommen habe, habe ich jetzt derzeit ein Problem? Du hast derzeit kein Problem, also nach dieser Sache ist bei allen Entwicklern, die sind die Alarmglocken angegangen, also halt Bitbox hat den Code geprüft, also zum ersten Mal, Coldcard hatte nie einen externen Audit, das vielleicht auch was man erwähnen sollte, das heißt also, wenn du Code hast in deiner Firma, ist es immer gut, wenn andere Leute drauf schauen, wenn du niemanden hast, der das freiwillig macht, ist es halt ganz gut,
[00:33:22] wenn du Geld in die Hand nimmst und das ist nicht wenig, dass du halt ein externes Sicherheitsunternehmen halt beauftragst, dass die halt deinen Code prüfen. Bitbox hat das gemacht, für die Bitbox O2 hatten sie einen externen Audit und das ist halt einfach erstens mal ein richtiger Schritt, zum anderen, nach diesem Vorfall haben alle, alle wirklich, Satoshi Labs, Trezor, OneKey, jeder Hersteller, Ledger, haben alle nochmal bis auf das letzte Detail genau diese Stelle der Seed-Generierung bei sich im Code geprüft
[00:33:52] und da war kein Fehler. Das ist ja auch die ganze Ironie hinter der Sache, alle Coldcard Mark II und Mark III, die nicht dieses neue Update hatten, quasi noch den Code von Trezor, sind sicher. Das heißt, die alten Coldcards, Mark I, Mark II, die Seeds, die waren sicher. Die Leute, die halt den Seed auf der Mark III erstellt haben und vielleicht den gleichen Seed in eine Bitbox oder in ein anderes Gerät geladen haben und dann irgendwo die Assoziationen, ah, es ist ja ein neues Wallet hatten, die sind halt gefährdet gewesen
[00:34:20] und auch Coldcard in der Kommunikation, die haben dann halt eine neue Firma jetzt released gesagt, die hat diesen Fehler behebt und theoretisch sind die Geräte jetzt sicher, aber niemand wird denen jemals wieder vertrauen, aber die haben gesagt, hier, ihr müsst ganz schnell eure Firmware updaten. Das hat ja nichts mit der Seed zu tun. Die Seed ist in der Vergangenheit erstellt worden und die Seed muss, ja, migriert und die alte zerstört werden, dass die nicht verwendet wird. Und mit einem Multisig, wenn du sagst, du hast jetzt eh schon
[00:34:50] mehrere Geräte, verlagerst du quasi die Signatur auf mehrere Instanzen und auch zeitlich getrennt voneinander und hast dadurch halt viel mehr Sicherheit. Sprich, wenn ich jetzt eine Single-Stick habe, ich schließe dann die Bitbox-App an, mache eine Transaktion, Money gone. Wenn ich jetzt aber sage, hey, ich möchte das sicherer haben, dann hole ich mir einen Wallet-Koordinator wie Sparrow Wallet oder die Liana Wallet und erstelle mir aus mehreren dieser Geräte, aus den öffentlichen Schlüsseln dieser Geräte, erstelle ich mir eine Wallet
[00:35:20] und wenn ich eine Transaktion mache, muss ich ein vorher definiertes Quorum erreichen. Das heißt, das kann zwei von drei sein, das kann drei von drei sein. Mit der Liana Wallet kann man noch mit Zeitdekredation arbeiten, dass die nach einer gewissen Zeit von drei von drei auf zwei von drei oder drei von vier wechselt. Aber das ist dann einfach so etwas, ich bereite eine Transaktion vor, ich signiere die einmal und dann erhalte ich eine PSBT, eine Partially Signed Bitcoin Transaction, also eine zum Teil signierte Bitcoin Transaktion,
[00:35:49] transferiere die auf ein anderes Gerät oder an dem gleichen Gerät schließe das nächste Hardware Wallet an und signiere das nochmal und kann auf jedem dieser Bildschirme, weil das ist ja das Wichtige, was wir immer predigen, du schaust ja nicht auf den Computer, du schaust auf den Bildschirm, kann ich verifizieren, dass das, was ich gerade signiere, auch das ist, was ich machen möchte. Und in Kombination könnte halt an einer Stelle da etwas schwach sein. Das heißt, du könntest in so einem Multisequorum einen schwachen MK3-Seed gehabt haben und deine Funds werden auch mal sicher gewesen.
[00:36:19] Wäre natürlich ratsam, das natürlich dann rauszurotieren, einen neuen Seed da zu verwenden, aber es wäre nicht fatal gewesen. Und das ist die Lektion. Also ab einem gewissen Betrag an Bitcoin und ich sage jetzt immer diese Menge 0,5 Bitcoin, empfehle ich es zu einem Multisequorum. Da gibt es ja Tutorials im Internet, wir bieten sowas auch als Service an, aber es ist eine Sache, die deutlich schwieriger klingt, als es ist und die Werkzeuge haben in den letzten drei Jahren so enorm
[00:36:49] an Nutzerfreundlichkeit zugenommen. Ja, wir haben ja auch, da kann man ein bisschen Eigenwärmung machen, auch ein Multisequorum Tutorial gemacht mal, wo wir auch eine ganze Folge darüber gemacht haben, wo wir genau darüber gesprochen haben, was passiert da, worauf wir uns von achten, weil es ist ja, wie du gerade gesagt hast, es ist gut durchzuführen, man muss aber einige Dinge beachten und diese Multisequorum hätte dich aber vor diesem Thema jetzt geschützt, weil für mich der Gedanke ist, wenn ich natürlich jetzt, der Angreifer hat es geschafft, die Seed rauszubekommen, wenn ich jetzt aber beispielsweise
[00:37:17] drei Cold Cards genutzt hätte und er hätte alle drei Seeds gefunden, könnte es ein Problem geben. Genau, das heißt, es war das Zeitfenster, wo du angegriffen wirst, die war noch so ein bisschen in der Zukunft, weil wir haben eindeutig diese Wellen gesehen, also ein Freund von mir, der James O'Byrne, der hat jetzt auch solche Tripwires, also solche Fallen gebaut, hat verschiedene Bitcoin-Beträge auf niedriger Entropie-Wallets hinterlegt, um zu schauen, wie weit ist aktuell der von den Angreifern abgesuchte Raum, wo sie die Bitcoin abziehen
[00:37:47] und da sind wir mittlerweile, also komplett alle Single-Six sind abgeräumt und dann der Single-Six mit Passphrases, mit zwei Worten sind jetzt auch schon, werden leergeräumt und auch MK4 Seeds, die ja bis zu 50 Bit haben können, sind jetzt auch schon angegriffen worden. Und mit einem Multi-Six, wenn du diese drei Seeds hast, musst du halt auch wissen, diese drei Seeds werden kombiniert in einem lexikografischen Multi-Six und nicht jedes Multi-Six ist gleich aufgebaut. Zeitdegradierende Multi-Six
[00:38:17] haben nochmal eine ganz andere Wallet-Struktur und da würde sich dann so verhalten, dass ein Angreifer quasi den Mempool beobachtet und dich beobachtet, wenn du eine Transaktion machst. Bei einem Multi-Six, beim Pay-to-Script-Hash, schickst du Bitcoin auf einen sogenannten Hash und das von außen ist nicht erkennbar, dass es sich um ein Multi-Six oder welches Multi-Six sich da handelt. Erst wenn du es ausgibst, bei einem klassischen Multi-Six, veröffentlichst du die öffentlichen Schlüssel und dann könnte ein Angreifer
[00:38:46] auf seiner Datenbank schauen, okay, diese öffentliche Schlüssel habe ich und jetzt kann ich das zusammensetzen und während es sich im Mempool befindet, diese Transaktion ist noch nicht bestätigt, kann ich eine sogenannte Spearfishing, also eine Spearfisch-Attacke machen und die Konstruktion, also die Transaktion neu konstruieren und mit Replace-by-Fee an meine Adresse schicken. Und das sind sehr, sehr theoretische Angriffsszenarien und ich hatte jetzt auch zwei Kunden, die einen Multi-Six mit MK3s
[00:39:16] oder mit einer schwachen Entropie hatten und die dann eben Bedenken hatten, wenn ich jetzt meine Funds retten will, das heißt, ich habe mir einen neuen Seed geworfen, ich will dir jetzt bewegen, ich bin aber potenziell angreifbar, wenn ich in diesem Mempool-Zeitfenster bin und da hat man sich halt Abhilfe geschaffen, da haben wir dann die Transaktion über eine Direct Miner Submission, das heißt, sie haben die direkt an einen Miner geschickt, anstatt über unsere Node in das Gossip-Protokoll des Netzwerks bis zu einem Miner. Wir haben das komplett umgegangen. In dieser Miner, in dem Fall war es Marathon,
[00:39:46] die haben einen Service namens Slipstream und da kann man dann eine Transaktion quasi per E-Mail schicken und dann wird die direkt gemeint und die wird auch nirgendwo anders angezeigt. Das heißt, erst wenn sie gemeint ist, die wird depubliziert und so wird man sich dieser Attacke dann entziehen. Aber das war jetzt bislang, haben wir das noch nicht beobachtet, dass ein Angreifer eben diese Multisix leergeräumt hat. Es gibt natürlich immer Dunkelziffern, aber wir haben ein gutes Bild, weil es gibt jetzt ganz viele White Hat Hacker, die eben all diese Adressen
[00:40:16] ebenfalls schon hergeleitet haben und dann eben schauen, ob sich diese Bestände aus Cold Cards bewegen und das sind halt auch ganz interessante, legale Problemstellungen, die wir jetzt zum ersten Mal, glaube ich, lernen. Das bedeutet also, wenn ich ein Multisix Setup, also ein Paket habe, sagen wir mal von zwei von drei, also ich brauche zwei Schlüssel, um meine Transaktionen zu bestätigen, rauszuschicken und ich hatte jetzt,
[00:40:45] wir haben jetzt gerade angesprochen, welche drei Cold Cards, hätte ich theoretisch ein Problem gehabt. Wenn ich aber jetzt natürlich aufteile und du hattest gerade den Multivendor angesprochen, also verschiedene Hersteller, ich nutze jetzt von drei verschiedenen Hersteller, dann hätte ich eben den Vorteil, nicht nur bei der Cold Card Thematik, dass wenn einer dieser Hersteller ein Problem hat im Code, zum Beispiel sowas, wie die Cold Card jetzt gerade hatte, habe ich zwar einen Schlüssel, der theoretisch angegriffen werden könnte, der entwendet werden könnte, bringt aber auch selbst dem Angreifer nichts, weil er an die anderen beiden oder einen oder anderen nicht rankommt.
[00:41:15] Also das heißt, Multivendor, also ein Multisix mit mehreren Herstellern, kann man das so ein bisschen als Goldstandard bezeichnen derzeit dann? Genau, ich sage also Multivendor, Multisix ist sehr sicher. Ich setze immer noch eins drauf durch zeitdekredierte Wallets, weil bei einem normalen Multisix hast du immer ein Quorum, zwei von drei, drei von fünf, weil du eine gewisse Redundanz hast, weil wenn du einen Schlüssel mal verlierst, der geht kaputt oder du hast kein Backup mehr, dann würdest du vor dem Problem stehen, wenn du ein fünf von fünf oder ein drei von drei hast,
[00:41:44] deshalb würdest du das nicht anfassen. Mit zeitdekredierten Wallets kannst du sogar in diesen Bereich gehen, das heißt, du hast ein drei von drei, das heißt, selbst wenn einer angegriffen ist, also das ist sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr schwierig, aber wenn einer verloren geht, dann musst du einfach nur warten und dann dekrediert das Wallet auf ein zwei von drei oder vielleicht auf ein drei von vier, wenn ich sage, hey, wir vertrauen dem Manuel und Manuel, gib mir einfach mal deinen öffentlichen Schlüssel, ich baue den ein, ich habe hier meinen drei von drei, sobald ich alle meine drei Schlüssel noch habe, ist alles gut, wenn ich jetzt aber einen verliere,
[00:42:13] dann, weil ich dir vertraue, warten wir kurz und dann kommt deine auch in dieses Quorum, das heißt, du hast dann nochmal ein Level, aber Multivender, Multizick ist so das, was ich den meisten empfehlen kann und diese zeitdegradierten, zeitexpandierten Wallets, das ist so, finde ich, der Standard insbesondere für Vererbung, für Nachlass, wenn es für dich schon klar ist, du willst diese Bitcoin vererben und du weißt auch schon an wen oder wenn es nicht deine Bitcoin sind, im Falle von einer Firma,
[00:42:42] wenn das jetzt geteilt ist in einer Firma und du willst halt nicht nur, dass der CEO allein unterschreibt, dass du halt mehrere Leute hast, dann kann man halt mit so etwas ein noch sicheres Konstrukt bauen und ich sage immer, dass es sicherer als Michael Saylor seine Bitcoin gerade verwahrt und der hat mehr als du. Ja, zu dem Thema müssen wir auf jeden Fall nochmal eine gesonnete Folge machen, weil ich glaube, da kann man sehr, sehr detailliert drüber sprechen. Multisick haben wir jetzt mal angesprochen, ist für den einen oder anderen, dass ich es anschaue,
[00:43:12] vielleicht könnte er sagen, ja, doch ein bisschen kompliziert und ich brauche vielleicht drei Geräte oder sogar noch mehr, das kostet auch natürlich Geld und ich habe vielleicht jetzt nicht 0,5 Bitcoins, sondern weniger, weil die meisten haben wahrscheinlich weniger Bitcoin. Was kann ich denn da tun? Lohnt es sich immer noch, einfach ein normales Wallet zu haben, ohne irgendwas? Das ist gerade, sagen wir mal eine Bitbox, die ich einfach einrichte und zur Seite lege mit einem Backup, beispielsweise mit einem C-Door oder sowas in optionale Passphrase. Macht das dann Sinn? Vor allem, kannst du ganz kurz vielleicht in zwei Worten erklären, was eine optionale Passphrase ist für alle,
[00:43:42] die vielleicht gar keinen Plan davon haben? Achso, genau. optionale Passphrase, wir sagen dann 25. Wort dazu, aber letzten Endes, du hast deine 12 oder 24 Worte und du gibst nochmal etwas Entropie dazu. Das kann ein Wort sein, das kann ein Passwort sein, das kann ein ganzer Satz sein. Das ist nicht streng genommen ein Wort aus der Liste der 2028 Seed-Worte, das ist einfach ein weiteres Geheimnis, das du in Kombination mit deinen 24 Worten hast. Wenn du es mit der Bitbox nutzt, musst du in die erweiterten Einstellungen gehen, musst dann einstellen,
[00:44:11] ich möchte eine Passphrase nutzen und dann kannst du das Gerät einstecken und dann kannst du immer auf deinen 24 Wort Seed kommen und wenn du die Passphrase eingibst, kommst du auf einen völlig neuen Seed. Und das ist eben auch eine Möglichkeit, wie du mit einem Gerät einen Multisick erstellen könntest. Du könntest sagen, hey, ich wirf mir hier 24 Worte, mit oder ohne Passphrase, schreib mir die auf, präg die in Stahl, nehm mir den öffentlichen Schlüssel und dann setze ich dieses Gerät zurück und mache mir neue 24 Worte, präg die in Stahl, hol mir den öffentlichen Schlüssel und aus diesen zwei
[00:44:41] mache ich dann ein Multisick. Wenn ich jetzt signiere, habe ich halt viel, viel mehr Aufwand. Ich muss dann wieder die 24 Worte, die Passphrase oder dergleichen hier wieder eingeben, aber es ist möglich, diesen Signer mit mehreren Wallets zu verwenden. Diese Wallet unterstützt auch sogenannte Child Keys, das heißt, du hast halt deine 24 Worte Seed und kannst dann halt einen derivierten Kinder Seed ableiten und auch diese Seeds kann man zu einem Multisick kombinieren. Das heißt, du musst nicht zwingend
[00:45:10] mehrere Geräte haben, es macht das Ganze deutlich leichter und wie wir vorhin gesagt haben, mit Multivender hast du dann nicht nur das Risiko bei einer Firma, dass die einen Fehler machen, sondern hast du es halt verteilt auf mehrere, aber es ist durchaus möglich, diese Geräte so zu verwenden, dass man eben mehrere Backups hat und es ist halt ganz wichtig, bevor man dann irgendwann der Funs transferiert, dass man die Backups hat und dass man das Ganze mal wieder hergestellt hat und sich auch selbst sicher ist, dass dann immer die gleichen Adressen abgeleitet werden. Aber das ist das, was ich jetzt empfehlen würde,
[00:45:39] dass man sich das mal anschaut. Passphrases selbst, ja, ich bin nach wie vor nicht der größte Fan. Ich sage immer, eine Passphrase quasi führt zu einem Multisick, das zwei von zwei ist, weil du brauchst zwingend notwendig beide Teile. Und wenn du eins verlierst, dann stehst du vor dem Leeren. Mit einem Multisick kannst du ein zwei von drei machen und hast du quasi eine ähnliche Menge an Aufbewahrungsaufwand für deine Backups, aber du hast noch Redundanz dran. Das heißt, wenn man sowas macht,
[00:46:09] muss man sich schon sicher sein, ich kann mir diese Passphrase felsenfest merken und auch ist irgendwo geklärt, dass meine Erben da nochmal drankommen. Aber muss ich bewusst sein, es ist kein Passwort, es gibt dir keinen Error, wenn du dich vertippst, es ist groß und kleinschreibung, ist relevant. Es gibt ja ab und zu merkwürdige Implementierungen. Bei der Codecard war es beispielsweise auch so eine Zeit lang, wenn du eine Passphrase eingibst, war am Ende noch so ein Leerzeichen hinzugefügt, das viele nicht gesehen haben. Da musste man das erste Mal löschen.
[00:46:39] Und dann haben Leute halt die Passphrase eingegeben und dachten, dass Verdi und Bitcoin an die falsche Adresse, Adresse, das ist halt wirklich so Fallstrick. Das ist halt so keep it simple, holt euch einen Seed, erstellt euch einen Multisig, das ist so mein Rat jetzt für alle Leute, die sagen, ich will mehr Sicherheit. Ihr habt ein tolles Tutorial gemacht, das habe ich gesehen und darüber hinaus, ich empfehle halt einfach also die Liana Bitcoin Wallet oder Nunchuck, das sind zwei Wallets, die mit der Zeitdegradation arbeiten und da hat man dann einfach jetzt schon die Möglichkeit,
[00:47:09] quasi vertrauenslos einen Erben zu bestimmen, der halt einfach einen Key hält und wenn dir was zustößt, dann muss der nur warten und er kommt nochmal in die Bitcoin und du genießt Zeit deines Lebens einfach die bis dato mir bekannte höchste Sicherheit. Aber da muss ich trotzdem nochmal nachfragen, das heißt für dich, ich kaufe mir jetzt eine Bitbox, richte die ein, nehme meine 12, 24 Wörter, schlage die mir sogar in den Seedor ein, leg den einen sicheren Ort, habe meine Bitbox mit einem Pin drauf, mit einem Passwort, mache aber keine
[00:47:38] optionale Passphrase, kein Multisek und Co. Ist das überhaupt dann noch eine gute Idee? Also wenn es keine gute Idee wäre, dann sind die Grundfesten der Kryptografie schon ganz aus dem Fenster schmeißen. Also wir wissen, die fünf Quellen der Entropie, die diese Bitbox verwendet, die werden abgerufen und das ist das Beste, was wir gerade haben. Das heißt, wir wissen, wir sind in der Milchstraße, wir haben irgendwo ein Sandkorn, das ist unser Seed und das sollte reichen. Dass das jetzt bei der Coldcard passiert ist, bei einem harter Wallet, ist einfach ein
[00:48:08] beschämender Amateurfehler und ich glaube, das wird nie wieder passieren, aber sagt niemals nie. Ich weiß, bei der Bitbox, ich weiß, bei Trezor wurde das auf Herz und Nieren geprüft, auch bei anderen Herstellern und ich vertraue diesen Single Six also heute noch. Aber ich vertraue ihn nur bis zu einer gemessen Menge und das hat halt mehrere Gründe. Zum einen, ich will nicht in der Lage sein, alles auf einmal auszugeben. Zum anderen, don't trust verify oder Trust Assumptions,
[00:48:38] also mein Vertrauen reduzieren. Ich will es einfach verteilen auf mehrere Firmen. Es gibt ja auch die Möglichkeit, so einen Signer selbst zu bauen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Wenn man dieser Hardware überhaupt nicht vertrauen möchte, kann man auch Seeds gänzlich würfeln durch Münzen oder physische Würfel. Auch also Bitbox hat da eine tolle Anleitung. Es ist ein bisschen Aufwand, es ist auch Spaß mit der ganzen Familie, aber das ist nachweislich, wenn man alles richtig macht
[00:49:07] und man muss alles richtig machen, also man muss der Anleitung genau folgen und nicht seine eigenen Biases mit einfließen lassen in die Münze oder Würfelwürfel, dann hat man wirklich die beste Entropie. Aber es sollte halt nicht so sein, weil so kannst du niemanden onboarden, wenn du sagst, hey, wenn du Bitcoin ein eigenes Raum hast, musst du als allererstes Casino Würfel kaufen und dann musst du in den Baumarkt gehen, dir eine Stahlplatte holen. Das sind alles so Sachen, wo ich dir denke, die Coldcard war halt einfach
[00:49:35] ein von vielen nicht beachteter Amateurfehler. Diese Geräte sind sicher und Passphrases sind und sollten optional bleiben, weil sie erfahrungsgemäß immer zu mehr Verlusten geführt haben. Im Falle von Coldcard hat es jetzt Leute gerettet aufgrund der Entropie. Aber wir wissen, die Entropie in diesem Gerät ist sicher. Ja, du hast eigentlich meine letzte Frage schon mitgenommen mit dem Würfeln, weil wenn man auf Social Media gerade unterwegs ist, alle kommen in die Richtung,
[00:50:04] ja, ihr müsst jetzt unbedingt eure, die Entropie, also die Zufälligkeit würfeln, weil es ist nichts anderes. Es geht ja immer am Anfang darum, wie kann ich diese Zufälligkeit, diese Entropie herstellen? Entweder über das Gerät selbst, was ja der Standard ist, was wiederum bei Coldcard ja leider dann nicht funktioniert hat oder eben falsch funktioniert hatte. Oder ich kann die Entropie darüber bauen, über das Würfeln. Es gibt, glaube ich, ein paar andere Geräte, da kannst du auch noch ein Bild machen von irgendeinem Objekt und irgendwas und allem drum und dran, Dinge einfügen. Also eine Entropie muss irgendwie physisch hergestellt werden und das eine Ding ist eben Würfeln
[00:50:33] und da habe ich mir genau das Gleiche gedacht. Das ist ja schön und gut und das kann natürlich auch ein gutes Ding sein, weil ich eben dem Gerät selbst nicht mehr vertrauen muss in der Hinsicht, dass die Entropie über das Gerät kommt, sondern ich muss dann auch nur noch eingeben. Da werden wir einiges verlinken, wer es mal angucken möchte. Aber wie du gerade angesprochen hattest, wenn das jetzt die Lösung ist für das Problem, dann wird das mit Bitcoin und vor allem mit der Selbstverwahrung nichts mehr werden, weil wie du gerade angesprochen hattest, aus meiner Sicht genau das Gleiche. Ich kann das niemandem erklären. Ich hatte ein Video gesehen. Gut, aber das sollte,
[00:51:02] das sollte, muss man sagen, das sollte jetzt nicht der Grund sein, weshalb wir jetzt dagegen sprechen. Also halt, wenn es wirklich so wäre, dass das nur aus Convenience Gründen jetzt in diesen Geräten festhalten, diese Geräte, wir wissen, wenn die Entropie richtig implementiert ist, die schaffen die gleiche Entropie, die Würfelwürfe. Also es ist einfach nur, wenn du zusätzlich selbst noch das machen möchtest, hast du die Option. Die Seeds sehen so aus, dass die immer noch eine Prüfsumme erhalten. Das heißt, das letzte Wort prüft, ob du irgendeinen Tippfehler drin hast. Das heißt,
[00:51:32] du kannst dann 11 oder 23 Worte kannst du würfeln und das letzte Wort wird dann in so einem Gerät auch kalkuliert. Ja, also ich meine, auch ähnlich wie mit Passphrases, da können Sachen schiefgehen, auch bei Würfeln kann was schiefgehen und meine, mein Bauchgefühl ist halt einfach immer, das da ist sicherer, weil there were signs, bei Codecard war es so, da konnte man auch Würfelentropie eingeben und dann haben Leute anstatt, und du musst mindestens
[00:52:02] 100 Mal würfeln, damit du genug Entropie hast und da haben Leute in der Vergangenheit dann Seeds mit sechs Mal Würfeln eingegeben und die wurden auch direkt leer geräumt. Das war auch so etwas, dass überhaupt die Codecard es zulässt, wenn man nur sechs Würfelergebnisse eingibt, dass die einem an Seed ausspuckt, war schon ein Fehler, there were signs, wir hätten das schon früher feststellen können, dass da ein paar Sachen in der Implementierung etwas dürftig sind. Deshalb, also wenn ihr Interesse habt, da zu würfeln, also Notsignal-Jungs
[00:52:32] haben da was gemacht, Bitbox hat da einen Artikel und auch auf dem 21-Kanal gibt es ein YouTube-Video dazu. Es sind Dinge, die da zu beachten sind und man muss wirklich wie ein Roboter agieren. Man darf dann nicht so als Mensch sagen, okay, diese Zahl gefällt mir, ich ändere etwas und füge da etwas Menschliches mit ein. In dem Moment reduziert man die Entropie. Das ist einfach, ja, Menschen sind schlechte Zufallsgeneratoren. Ich möchte den heutigen Hinweis auf die Bitbox 02 Hardworld aus der Schweiz
[00:53:02] nochmal nutzen, um euch darauf hinzuweisen, dass wir unten in den Shownotes nochmal einiges verlinkt haben von Bitbox selbst. Einen Blogartikel, dort beschreiben sie wie ganz genau die Zufälligkeit, also dieses Problem bei der Coldcard bei der Bitbox 02 gelöst wird und vor allem auch, dass ihr die Bitbox 02 nutzen könnt, unter anderem mit einer optionalen Passphrase, wenn ihr die hinzufügen möchtet. Ihr könnt mit der Bitbox 02 auch Multisig Wallets erstellen oder aber auch, wie Chris es gerade erklärt hattet,
[00:53:31] könntet ihr auch den Seed, also eure Wallet mit Würfeln erstellen, sodass ihr nicht mal dem Zufallsgenerator der Bitbox 02 selbst vertrauen müsstet. Dort findet ihr in den Shownotes verschiedene Artikel dazu, sodass ihr euch da wirklich tiefergehend einlesen könnt, wenn ihr das möchtet und wenn ihr dann noch eure 12 oder 24 Wiederherstellungswörter der Bitbox vor externen Faktoren wie Feuer oder Wasser schützen möchtet, können wir euch den Seedor empfehlen. Chris ist ja bei Seedor auch Mitgründer, hier könnt ihr nämlich
[00:54:00] eure Wiederherstellungswörter in Edelstahl einstanzen und dadurch eben vor externen Faktoren schützen. Bei der Bitbox und bei Seedor könnt ihr mit unserem Code BTC verstehen jeweils 5% sparen und gleichzeitig unsere Arbeit unterstützen. Wenn ihr das tut, vielen, vielen Dank dafür. Alle Informationen zur Bitbox und zum Seedor findet ihr wie immer unten in den Shownotes und jetzt weiterhin viel Spaß mit unserer aktuellen Folge. Das heißt am Ende, um das zusammenzufassen, es bleibt immer ein gewisses Restrisiko und du musst eben persönlich entscheiden, mit welchem Risiko
[00:54:30] möchte ich am liebsten leben, weil es wird nie wahrscheinlich den Fall geben, wo ich sage, es gibt kein Risiko bei der Aufbewahrung. Genau, also es gibt, alles hat Risiko. Wenn du dein Haus verletzt, gehst du Risiken ein. Ich denke mir, jeder muss sich selbst im Bild und Klaren sein, welche Summen verwahre ich wie und es gibt Level und man fängt klein an und arbeitet sich hoch und ich bin fest davon überzeugt, dass die Industrie
[00:54:59] wird immer bessere User Experience und bessere Software und bessere Hardware auf den Markt bringen, sodass das Ganze auch für Leute, die nicht wie wir permanent online das Ganze umsetzen können. Deswegen meine Abschlussfrage jetzt. Glaubst du, dass dieser Vorfall, du hast es gerade eben als 9-11 auch teilweise erklärt gehabt, ist es langfristig ein Problem für Bitcoin, vor allem für das Vertrauen in das Thema Bitcoin?
[00:55:28] Also ich habe viele Leute jetzt betreut, also meine eigenen Kunden, ich habe auch bei The Bitcoin Way mitgeholfen, da waren halt mehrere tausend Kunden, die halt Probleme oder Ängste hatten und viele davon haben dann gesagt, hey, dann transferiere ich meine Bitcoin jetzt auf eine Börse, weil dann habe ich dann das Risiko quasi abgewälzt auf die. Ich gehe jetzt davon aus, dass halt das nicht das nächste FTX wird und das ist einfach, da bludelt mir mein Herz, aber ich kann es dann nachvollziehen, wenn Leute sagen, hey, das da ist mir,
[00:55:58] ja, jetzt vielleicht in dem Moment, vielleicht kommen die nochmal zurück in die Selbstverwaltung. ich bin fest davon überzeugt, Bitcoin hat nur dann Erfolg, wenn jeder ist in Eigenverwahrung verwendet, weil wir müssen uns diesem Gegenpartei-Risiko entziehen und das sollten wir halt immer anstreben und wir haben jetzt schon die Werkzeuge und davon erholen wir uns nochmal von diesem einen Fehler und ich habe in meiner ganz kurzen Fiat-Karriere habe ich in der Avionik,
[00:56:27] in der Luft- und Raumfahrtindustrie gearbeitet und da war es immer so, dass wenn, ja, also Boeing und Airbus, die haben sich auf Zahn und Nägel haben die sich konkurriert und jeder Auftrag war wichtig und mit schmutzigen Tricks wurde gearbeitet. Wenn es aber dann passiert ist, dass irgendwo ein Crash, ein Absturz oder irgendein Incident war, dann saßen alle am gleichen Tisch, da war Embraer und Bombardier und alle haben dann versucht herauszufinden,
[00:56:56] was ist die Ursache, wie können wir das in der Industrie sicherer machen und das Gleiche beobachte ich jetzt auch unter den allermeisten Open-Source-Hardware-Wordern und Herstellern, dass die quasi sehen, wenn es einem passiert, dann müssen wir halt als Industrie insgesamt besser werden und uns gegenseitig helfen und das beobachte ich jetzt und deshalb bin ich fest davon überzeugt, dass das in Zukunft besser und leicht wird. Okay, dann vielleicht als Abschluss, was ist dein Tipp jetzt für jemand,
[00:57:26] der jetzt da sitzt und immer noch keine Ahnung eine Bitbox zu Hause hat oder einen Trezor zu Hause hat und sich plötzlich in Panik kommt und sagt, oh Mist, ich muss mich jetzt darum kümmern. Was ist dein Tipp? Wie sollte man vorgehen? Erstens mal, wenn man in Panik ist, sollte man solche Sachen nicht machen, weil häufig macht man dann Fehler. Das heißt, einfach ruhig besinnen und lernen. dann schaut euch das Tutorial hier an bei Jonas und Manu über Multisig und erstellt dann mal so ein Multisig und stellt es wieder her
[00:57:56] und übt dann mal mit kleinen Beträgen und dann werdet ihr schnell feststellen, es ist kein großes Hexenwerk. Ihr werdet Souveränität und halt ihr stellt fest, das ist gar nicht groß anders, als jetzt zwei Signaturen auf ein Dokument zu setzen und dann einfach all diese Sicherheitsvorkehrungen mal prüfen und auch Pläne machen, wie mache ich den Nachlass, wie vererbe ich das, wo habe ich vielleicht Schwachstellen in dem,
[00:58:25] was ich jetzt habe, aber die meisten Setups jetzt, so wie sie sind, sind sicher. Also wir wissen beispielsweise der Trezor Model 1, der allererste von vor 13 Jahren, der hat einen sicheren Seed erstellt. Das heißt, wenn ihr da Bitcoin drauf liegen habt, habt ihr nie bewegt, dann sind die sicher. Der Preis hat sich seitdem etwas bewegt und da würde ich dann halt suggerieren, das Ganze könnte man jetzt auf ein Multisig ziehen. Aber es gibt in allermeisten Fällen keinen Grund für Hektik und Panik.
[00:58:54] Wenn ihr keine Coldcard habt, wenn ihr keine Seeds habt, die aus einer Coldcard generiert wurden, wenn ihr keine Seeds habt, die ihr mit einer niedrigen Entropie selbst gewürfelt haben, dann besteht kein Grund zur Panik und dann ist jetzt einfach die Zeit, mehr darüber zu lernen und vor zehn Jahren gab es diese vielen Wissensquellen nicht und heutzutage gibt es sie und wenn man dann das Vertrauen selbst sich erarbeitet hat, dann wird das Ganze leichter. Finde ich einen wunderbaren Abschluss, vor allem, wie du gesagt hast, man nimmt sich einfach die Zeit
[00:59:24] und vor allem denke ich jetzt gerade, wo der Bitcoin-Preis sowieso seit Monaten querläuft, das passiert eh nichts, jetzt die Zeit zu nutzen, sich einzuarbeiten, auf zu verstehen, was passiert denn dahinter ein bisschen, vor allem auch mit der Zufälligkeit, ist es mir jetzt zum Beispiel so gegangen, dass ich mich jetzt erst in den letzten Wochen mal richtig eingelesen habe, was passiert da eigentlich wirklich im Hintergrund und zu verstehen, was passiert da, was kann man denn, welches Risiko besteht denn immer noch und deswegen finde ich das sehr, sehr spannend und eine gute Zeit, sich jetzt eben damit zu beschäftigen und wie gesagt, ich werde unten noch einiges verlinken, einige Blogartikel, Videos und so weiter, wenn man sich da ein bisschen
[00:59:53] weiter reingraben möchte. Deswegen Chris, vielen, vielen Dank. Ich glaube, wir haben jetzt mal ein bisschen Überblick bekommen, was passiert ist, was man machen kann, was man auch vielleicht nicht machen muss, vor allem nicht in Panik geraten und dann schauen wir mal, wie es weitergeht und schauen vor allem darauf, wie sich denn auch die Industrie im Hinblick auf Hardware Wallets und Wallets an sich in der Sicherheit in den nächsten Jahren dann verändern wird bezüglich weiteren Möglichkeiten, Vereinfachung und so weiter. Deswegen Chris, vielen, vielen Dank, dass du dir Zeit genommen hast und vielen Dank für die Einblicke auf jeden Fall. Danke. Bis zum nächsten Mal.
[01:00:23] Bis zum nächsten Mal und bis dahin. Ciao.

